Was ist eine Getreidekörnerheizung?

Ebenso wie eine Holzpelletsheizung ist dies eine Anlage zur automatischen Verfeuerung fester Biomasse.

In diesem Fall nicht Holzpellets, sondern Getreidekörner. Grundsätzlich ist die Getreidekörnerheizung artverwandt zur Pelletsheizung.

Was ist der Vorteil der Getreidekörnerheizung?

Biomasse ist der billigste Brennstoff überhaupt.

Stückholzheizung und Holzpelletsheizung sind die weitverbreiteste Form der Biomasseheizung.

Getreidekörner aus Getreideausputz (= nicht zum Verzehr geeignetes Getreide) als Brennstoff sind jedoch noch wesentlich billiger.

Wer darf mit Getreidekörnern heizen?

Getreidekörner gelten als Lebensmittel, obwohl z.B. Raps eine so genannte "Energiepflanze" ist (nachwachsende Rohstoffe "NAWARO"-Programm in der Landwirtschaft).

Trotzdem Rapskörner zu Rapsöl gepreßt für Jedermann als Treibstoff für Pkw, Lkw, BHKW, usw. zugelassen ist, ist es (bisher) behördlich (noch) nicht erlaubt, Rapskörner direkt zu verheizen.

Selbst Anlagen zur Treibstoffgewinnung aus Weizen, Gerste, usw. werden derzeit in Deutschland genehmigt und auch gebaut. Ebenso ist es aber verboten, Weizen oder Gerste als Brennstoff zu nutzen.

Landwirte, welche dies selbst anbauen, können eine Genehmigung beantragen, Ihre eigenen Getreidekörner für eigenen Wärmebedarf zu verheizen.

Aufgrund der höheren Emissionswerte bei Getreideheizung und aufgrund der ethischen Bedenken "Lebensmittel" zu verbrennen ist es Normalbürgern bisher nicht (oder nur mit ausgefeiltesten Tricks) möglich, den schnell und preiswert nachwachsenden Rohstoff Getreide zur Beheizung zu verwenden.

Baden-Württemberg ist hierbei eine Ausnahme. Dieses Bundesland ist bzgl. Getreidekörnerheizung am fortschrittlichsten und ermöglicht, eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 20 BImSchVO zu genehmigen. Die zuständige Ministerin Tanja Gönner wollte die energetische Nutzung von Getreide voranbringen.

Nachdem nun aber weltweit steigende Nahrungsmittelpreise für große Teile der Weltbevölkerung zu einem schwerwiegenden Problem werden, wird die Getreideheizung wohl politisch nicht durchsetzbar sein.

Auch sind in Folge der teuren Lebensmittel- und Futtermittelpreise auch die Preise für Getreideausputz (=nicht zum Verzehr geeignetes Getreide) deutlich gestiegen.

Daher können (bzw. dürfen) wir Ihnen derzeit leider noch keine Getreideheizung anbieten.

Was ist technisch zu beachten?

Grundsätzlich eignen sich einige Hackgutheizungen und einige Holzpelletsheizungen mit geringen Änderungen an den Brennereinstellungen auch für Getreidekörnerheizung.

Die allermeisten Hersteller geben jedoch noch keine Freigabe für ihre Anlagen, da sie Schäden durch Düngemittelrückstände (Chloridverbindungen verursachen Korrosion am Heizkessel) und Verbrennungsrückstände (schlackehaltige Asche verklebt den Brennerteller) befürchten.

Es gibt spezielle (teure) Getreidekörnerheizungen mit einer Leistungsbreite von ca. 40-120 kW. Wir können diese gerne anbieten.

Die Praxis zeigt bisher, dass ein Holzpelletskessel mit einer robusten Förderanlage und starken zuverlässigen Zündanlage im realen Betrieb keine oder nur wenig Probleme hat.

Aus diesem Grund ist es für Bauherrschaften, welche heute eine Pelletsheizung kaufen, äußerst wichtig, eine robuste Technik zu wählen. Denn vielleicht, wer weiß ob die Politiker irgendwann ein Einsehen haben, wird die Getreidekörnerheizung von unserer Bürokratie in einigen Jahren als Brennstoff zugelassen.