Was ist eine Hackgutheizung?
Es ist, ähnlich der Holzpelletsheizung und der Getreidekörnerheizung, eine Anlage zur automatischen Verfeuerung fester Biomasse.
Nur mit dem Unterschied, dass die Hackgutheizung eine umfangreichere, deutlich stärkere Förder- und Brenneranlage hat, damit der minderwertigere (und daher billigere) Brennstoff Holzhackschnitzel verheizt werden kann.
Was ist der Vorteil der Hackgutheizung?
Holzabfälle sind als Rohstoff äußerst preiswert, manchmal sogar kostenlos. Es müssen nur die Investitionskosten der Gerätschaften, deren Betriebskosten und die Lohnkosten kalkuliert werden.
Holzabfälle können auf verschiedene Arten genutzt werden. (Meistens werden sie jedoch gar nicht genutzt und verrotten einfach sinnlos.)
Stückholzheizung ist einfach, jedoch nicht automatisch.
Pelletsheizung erfordert die Herstellung eines genormten Brennstoffes.
Wenn man die Holzabfälle jedoch kleinhächseln und dann verfeuern kann, können die Holzabfälle auf schnelle und einfache Art verfeuert werden.
ES gibt mittlerweile immer mehr land- und forstwirtschaftliche Betriebe, welche Holzhackgut verkaufen und anliefern oder beim Kunden Holzabfälle als Lohnarbeit hächseln.
Der Preis für Hackgut liegt mit ca. 9-15 Euro pro m³ (1 m³ trockenes Hackgut entspricht ca. 80 Liter Heizöl) erheblich billiger als Heizöl. Daher ist die Investition in eine Hackgutheizung bereits ab einem Heizölverbrauch von >5.000 Liter zu überlegen bzw. bei einem Verbrauch von >10.000 Litern pro Jahr unbedingt zu empfehlen.
Eigentlich könnte jedes größere Haus in Süddeutschland (und einige Jahre später auch in Norddeutschland, wenn es auch im Norden mehr Lieferanten gibt) mit Holzhackgut beheizt werden, wenn es von den Räumlichkeiten möglich ist, einen Lagerbunkerraum einzurichten.
Warum gibt es so wenig Hackgutheizungen in Deutschland?
Die Investitionskosten für eine Hackgutheizung sind deutlich teurer als für eine Pelletsheizung.
Man benötigt:
Einen großen Lagerraum (Hackgut hat je nach Restfeuchtigkeit weniger Heizwert als Holzpellets, daher größerer Platzbedarf bzw. häufiger füllen) mit außen zugänglichem Befüllbunker (ähnlich wie früher die Kohlenschächte), meistens auch eine (offene) Förderanlage vom Befüllbunker ins Lager, ein Bodenrührwerk, eine starke Förderschnecke, einen guten Hackgutkessel mit zuverlässiger Brennertechnik und robuster Zündanlage (wegen der höheren Feuchtigkeit als bei Pellets), unbedingt einen Pufferspeicher (während Pelletskessel i.d.R. keinen benötigen), usw.
Als Faustformel kann man sagen, dass sich eine Hackgutheizung erst ab einem Wärmeverbrauch von 5.000-10.000 Liter Heizöl wirtschaftlich rechnet. Bei einem Verbrauch von mehr als 10.000 Liter Heizöl rechnet sich die Hackgutheizung auf jeden Fall.
Leider ist diese umweltfreundliche und kostensparende Technik noch viel zu wenig bekannt und Negativmeldungen von Betreibern mit Störungen verunsichern die Kunden.
Die meisten dieser negativen Stimmungen haben ihre Ursache darin, dass Hackgut mit zu hoher Restfeuchtigkeit verheizt wurde. Feuchtes Hackgut führt zu schlechter Verbrennung, erheblicher Minderleistung des Heizkessels und technischen Problemen (Zundstörungen, Korrosion, usw.).
Die allerwichtigste Aufgabe des Anlagenbetriebers/Bauherrn ist es daher, seinen Hackgutlieferanten sorgfältig auszuwählen und bei jeder Lieferung zu kontrollieren, ob das Hackgut auch wirklich trocken ist. Dann funktioniert die Hackgutheizungsanlage ohne Probleme und arbeitet sehr kostengünstig.
In den nächsten Jahren wird sich die Hackgutheizung mit Sicherheit stark verbreiten, da die technischen Anforderungen leicht in Griff zu bekommen sind und der Brennstoffpreis 4 bis 5 mal niedriger als Heizöl liegt.




